Arbeiten mit Archivmaterial - Case Studies und Workshop

  • 7. + 8. Januar 2027
  • jeweils 09:30 - 16:30 Uhr
  • Online
  • Dozentin: Monika Preischl

Online


Hinter jedem Archivbild steht eine Entscheidung: Jemand hat es aufgenommen, jemand hat es aufbewahrt, und jemand holt es wieder ans Licht.
Dokumentarisches Arbeiten mit Archivmaterial setzt immer mehr eine genaue Kenntnis der Quellenlage voraus, und das bei wachsenden Herausforderungen in Bezug auf Recherche, Rechteklärung und Lizenzierung.
Im Mittelpunkt steht der Archival Workflow: von der ersten Recherche über die Zusammenarbeit mit Archiven und Rechteinhabern bis zur Lizenzierung und Postproduktion. Wie entwickelt man geeignete Recherchestrategien, auch international, dokumentiert Quellen und Materialien und kalkuliert Archivkosten realistisch? Und wie lassen sich künstlerische Ideen auch unter begrenzten zeitlichen und wirtschaftlichen Bedingungen umsetzen?


In diesem Seminar stelle ich drei Kinodokumentarfilme vor, an denen ich mitgearbeitet habe: einen Film, der vollständig aus Archivmaterial besteht, einen Dokumentarfilm mit Spielszenen und einen Interviewfilm mit Fernseharchivmaterial. An ihnen zeige ich, wie sich die Form eines Films auf die Recherche auswirkt, und umgekehrt.
Ziel ist es, anhand dieser Filmproduktionen konkrete Methoden und Lösungswege kennenzulernen, die sich auf die eigenen Projekte übertragen lassen.
Neben den Case Studies gibt es viel Raum für eure Projekte, Ideen und das gemeinsame Gespräch, auch über die Filme selbst. In den Projektbesprechungen kommen wir immer wieder auf diese Themen zurück, ganz konkret an euren Fragen: von der Stoffentwicklung über Organisation und Dokumentation bis zu Rechteklärung, Lizenzierung und Kosten.


Das Seminar eignet sich für alle Filmschaffenden aus Drehbuch, Regie, Schnitt, Produktion und ganz besonders aus der Postproduktion. Ich freue mich auch über Teilnehmende aus Institutionen, Behörden oder Firmen, die mit Archivmaterial zu tun haben.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.

Vor dem Seminar
Filme zum Sichten: Eine Woche vor dem Seminar erhalten alle Teilnehmenden Sichtungslinks zu den drei Filmen, damit wir auch über die Filme selbst sprechen können. Die Links sind zeitlich begrenzt und nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt.

ABLAUF

1. Tag, Donnerstag, 07. Januar 2027, 9.30 – 16.30 Uhr
(Bitte ca. 5 Minuten vorher einloggen!)
9.30 – 10.15 Uhr: Vorstellungsrunde
Kennenlernen, eure Wünsche und Erwartungen, Organisation der Projektbesprechungen
10.15 – 12.30 Uhr: Case Study 1 – „Riefenstahl“
Arbeiten mit einem Nachlass: Erschließung, Umgang mit fehlenden Bildern, Arbeiten in Institutionen. Recherche im Bundesarchiv und im Landesarchiv Berlin. Archival Workflow und systematische Recherche.
12.30 – 13.30 Uhr: Mittagspause
13.30 – 16.30 Uhr: Workshop
Die erste Hälfte der Teilnehmenden stellt ihre Projekte vor. Gemeinsam entwickeln wir Lösungswege und vertiefen Themen aus der Case Study.
2. Tag, Freitag, 08. Januar 2027, 9.30 – 16.30 Uhr
(Bitte ca. 5 Minuten vorher einloggen!)
9.30 – 11.00 Uhr: Case Study 2 – Dokumentarfilm mit Spielszenen
Wo und wie recherchiert man, wenn Archiv und Inszenierung zusammenkommen? Länderübergreifende Recherchestrategien.
11.00 – 11.15 Uhr: Pause
11.15 – 12.30 Uhr: Case Study 3 – Interviewfilm mit Fernseharchivmaterial
Fernsehgeschichte, die Zugänglichkeit und Zusammenarbeit von Fernseharchiven und die Frage, was das kostet.
12.30 – 13.30 Uhr: Mittagspause
13.30 – 16.30 Uhr: Workshop, ab 16.00 Uhr Abschlussrunde
Die zweite Hälfte der Teilnehmenden stellt ihre Projekte vor. Im Mittelpunkt stehen dabei das praktische Arbeiten mit Archiven und die Frage, wie sich künstlerische Ideen unter wirtschaftlichen Bedingungen umsetzen lassen. Es bleibt Raum für offene Fragen und Themen aus beiden Tagen. Ab 16 Uhr gibt es eine Abschlussrunde zu weiteren Fragen und Anmerkungen.
Monitorpausen nach Absprache

DOZENTIN

Monika Preischl arbeitet seit über 20 Jahren als Archive Researcherin und Archive Producerin und hat an mehr als 50 internationalen Dokumentar- und Spielfilmproduktionen mitgewirkt. Sie studierte Experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin bei Heinz Emigholz. Mit „Riefenstahl“ (Regie: Andres Veiel) feierte sie 2024 Weltpremiere in Venedig, mit „The Six Billion Dollar Man“ (Regie: Eugene Jarecki) 2025 in Cannes. 2019 und 2023 wurde sie mit dem International FOCAL Award ausgezeichnet.
Gemeinsam mit Nadja Tennstedt entwickelte sie die Archive Markets bei DOK Leipzig und auf dem European Film Market (EFM) der Berlinale, außerdem ist sie Mitbegründerin des Berufsverbands „German Researchers and Archive Producers e.V.“ (GRAP). Sie unterrichtet an Film- und Kunsthochschulen und spricht regelmäßig auf Festivals und Branchenveranstaltungen. Als freiberufliche „Bildfinderin“ lebt und arbeitet sie in Berlin.

ZEIT UND LINK

1. Tag, Donnerstag, 07.01.27 von 9:30 – 16:30 Uhr

2. Tag, Freitag, 08.01.27 von 9:30 – 16:30 Uhr

Mit Kaffeepausen, Mittagspause jeweils von 13.00 bis 14.00 Uhr

Zoom-Link
Der Link zur Teilnahme wird kurz vor Beginn des Seminars per Mail zugeschickt.

TEILNAHMEGEBÜHREN

  • AG DOK Mitglieder: 220 Euro, plus MwSt
  • Studierende und Mitglieder kooperierender Berufsverbände*: 250 Euro, plus MwSt
  • Nicht-Mitglieder*: 300 Euro, plus MwSt

*Die Gebühren-Ersparnis bei einem Beitritt zur AG DOK kann so groß sein, dass sie neben dem Besuch des Seminars zusätzliche die Mitglieder-Leistungen erhalten und insgesamt trotzdem weniger zahlen, daher kann sich ein Blick auf unsere Leistungsübersicht und die Beitragstarife lohnen.

Für BUCHUNGEN bitte eine Mail mit Rechnungsanschrift an: akademie-nrw@agdok.de

Alle Informationen zu Teilnahmekosten und Stornierung finden sich hier.