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Journalismus

Notizen zur Tagung „Bilderströme“

vom 18.10.2016

von Klaus Stanjek

Köln, September 2016. Die Dokumentarfilminitiative NRW hat im September eine gehaltvolle Tagung zu einem Spezialgebiet des Filmschaffens veranstaltet.  Mit seismographischem Spürsinn gelang dort eine Zustandsbeschreibung des dokumentarischen Geschichtsfilms.

Nach der „Ära Knopp“

Nachdem, wie Fritz Wolf es formulierte, die “Ära Knopp“ im Geschichtsfernsehen zu Ende geht – endlich! -, öffnet sich das Spektrum der Möglichkeiten, mit denen Geschichte medial dargestellt wird. Die Methode der Filme von Guido Knopp (und Zulieferern) mit ihrer Führer-Zentriertheit, ihrer Personalisierung, mit ihrer Ignoranz gegenüber komplexen historischen Strukturen und der schematischen Bildgestaltung hatte vor allem wegen der quantitativen Erfolge lange Zeit großen Einfluss. Jetzt öffnet sich wieder das Feld.

Das Tagungsprogramm reichte von abstrakter Theorie zur Konstruiertheit von Geschichtsbildern, über aktuelle Umgangsformen mit Archivaufnahmen, interaktive und Cross-over-Projekte mit historischen Inhalten, über Varianten des Einsatzes von Zeitzeugen, bis zum Schwerpunkt Migration (in Gegenwart und Vergangenheit). Für die Erweiterung des Blicks auf das filmische Spektrum war es hilfreich, auch einige ältere Beispiele zu berücksichtigen – etwa „Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen“ (1990 von D. Schubert), oder die eindrucksvolle Sequenz aus „Asylrecht“ (1949, von R. Kipp), die mit knappem Kommentar - ganz ohne O-Töne und ohne Musik - eine beachtliche Intensität erreicht. Viele aktuelle Fernsehbeiträge wirken vergleichsweise vollgestopft bis überfrachtet. Der oft kritisierte anonyme und allwissende Kommentar scheint ungebrochen weiterzuleben, oft füllt dazu triefend schwere Dramamusik die Geschichtssendungen, als würde niemand mehr an die Kraft der Filminhalte selbst glauben.

Wechsel der Methoden

Während vor 15 Jahren, wie Petra Schmitz erinnerte, Geschichtsfilme vorwiegend mit Zeitzeugen, Archivmaterial und gelegentlichem Reenactment komponiert wurden, breitete sich danach die 3-D-Grafik (CGI) aus, etwa in Sendungen wie „Terra X“ oder anderen Hochglanz-Dokus. Bald kam auch die Methode der „Living History“-Filme auf. Inzwischen werden deutlich mehr Animationsverfahren angewendet, außerdem sieht man Varianten von Inszenierungen oder sogar als Hologramme dargestellte „virtuelle Zeugen“.

Und wozu das Ganze? Um einen Bildungskanon des Allgemeinwissens zu beliefern? Um die Geschichtsinteressen vorwiegend älterer Zuschauer zu befriedigen? Oder bloß zur Unterhaltung? Mehrere Geschichtslehrer im Publikum fragten nach der Brauchbarkeit der Filme für den Schulunterricht. Sie sollten in die Lehrpläne hineinpassen. Und irgendwie die Interessen von Schülern berücksichtigen. Nicht wenige Dokumentarfilmemacher scheuen sich allerdings davor, dass ihre Filme „didaktisch“ werden könnten. Und vermeiden deshalb manchmal nötige Klarstellungen, flüchten sich in Mehrdeutigkeiten. So, als ob Medien mit didaktischem Potential immer automatisch auch oberlehrerhaft und bevormundend sein müssten.

Einige Referenten betonten, dass Geschichtsfilme für die heutige Gesellschaft relevant sein sollten und deshalb an gegenwärtige Fragestellungen anknüpfen könnten. Eine bloße Wiedergabe historischer Abläufe reicht eben nicht aus. Ebenso wenig wie die übliche Anbindung an Gedenktage – vor 10 Jahren, vor 50 Jahren, vor 100 Jahren ... Die Rechnerei mit den Kalendertagen mag für erste Anstöße gerade noch herhalten. Aber um Zuschauer neugierig zu machen, braucht es andere Hinweise.

Einfache Lösungen sind in diesem Themenfeld nicht zu erwarten. Es wird uns auch zukünftig weiter beschäftigen, wie wir Geschichte nachvollziehbar, vielleicht sogar nacherlebbar darstellen können.



Fotos: Christiane Büchner, Dietrich Schubert © Mathis Hanspach
          Petra Schmitz mit Publikum © Mathis Hanspach