Willkommen bei Ihren persönlichen Einstellungen und Ihrem Profil

Über Ihr Nutzer-Profil lernen unsere Besucher Sie und Ihre Arbeit kennen. Es soll also toll werden! Hier haben Sie daher die Gelegenheit, allen zu sagen, wer Sie sind, was Sie machen und was andere über Sie wissen sollten.

Bitte geben Sie hier Ihre persönlichen Daten sorgfältig ein. Denn Sie sind die Basis für den Kontakt mit Ihnen sowie für die Verwaltung Ihrer Mitgliedschaft bei der AG DOK. Sie können dabei individuell entscheiden, welche Daten Sie öffentlich machen wollen und welche nicht.

Um mehr über die Funktionen und Nutzung der Webseite zu erfahren, helfen Ihnen die [Anleitungen]http://agdok.de/de_DE/mitglieder-hilfen zur Webseite.

Bei Fragen steht Ihnen die Onlineredaktion unter Telefon +49 69 623 700 oder unter webmaster@agdok.de zur Verfügung.

Weiterführende Funktionen & Werkzeuge

Auf der Mitgliederseite erhalten Sie mehr Informationen zu den unten gelisteten Funktionen und der Arbeit mit Ihrem AG DOK Account. Mit Klick auf eines der Werkzeuge verlassen Sie die Seiten der AG DOK und können weitere Dienste nutzen.

Ihre Anwendungen im Administrations-/Redaktionsbereich

Weitere Profildaten   //  ihre persönlichen Daten verwalten

Ihre Firmendaten  //  Ein Firmenprofil für die Ausgabe auf der AG DOK Seite anlegen oder bearbeiten

Film Datenbank  //  Filmografie anlegen oder bearbeiten

AG DOK Postlist   //  abonnieren Sie den News-Channel des Netzwerks.

Ihre persönliche Kurzpräsentation im Rahmen der AG DOK

Willkommen im Editor-Bereich zur Erstellung und Verwaltung von OnePagern. Sie können damit in wenigen Arbeitsschritten ein persönliches Portfolio erstellen, Einrichtungen oder ein Werk vorstellen oder eine Geschichte erzählen ... weitere Infos

-------------------------------------

OnePager bearbeiten  //  Starten Sie die Bearbeitung

"Filmvermittlung heute - Zukunftsfrage des Dokumentarfilms"

Ein Konferenz-Bericht / Über Wirkung und die Frage, warum Dokumentarfilm Vermittlung braucht

vom 02.06.2026

Ein Konferenz-Bericht von Maya Reichert und Carolin Ziemann 





Dokumentarfilm schafft Räume für Perspektivwechsel, für gesellschaftliche Verständigung und für das Erleben der Filmform. Gleichzeitig erleben viele dokumentarische Arbeiten ein Paradox: Auf Festivals erreichen sie ein interessiertes Publikum und im nächsten Auswertungsschritt wird Sichtbarkeit oft zur Herausforderung, die Kinoauswertung wird schwieriger und Aufmerksamkeit erscheint fragmentierter.

Die Frage, wie Dokumentarfilme Menschen erreichen, begleitet die Branche seit Jahren. Dabei geht es längst nicht nur um Marketing oder Distribution. Es geht um Kontext, Austausch und um die nachhaltige Beziehung zwischen Filmen und Publikum. Genau hier setzt Filmvermittlung an.

Im Rahmen des DOK.forum beim DOK.fest München fand am 10. und 11. Mai 2026 erstmals die bundesweite Fachkonferenz „Filmvermittlung heute – Sichtbarkeit, Profession, Zukunft“ statt - gefördert vom FFF Bayern und unterstützt von der AG DOK sowie der AG Filmvermittlung und dem Verband bayerischer Filmfestivals VBFF. 

Rund 60 Expert*innen aus Filmfestivalarbeit, Dokumentarfilm, Filmvermittlung, Schule, Hochschule, Kino, Verleih und kultureller Bildung kamen zusammen, um gemeinsam unter anderem an dieser Frage zu arbeiten: Welche Rolle spielt Filmvermittlung für die Zukunft des Dokumentarfilms?

Schnell wurde deutlich, Filmvermittlung ist keine ergänzende Maßnahme nach Fertigstellung eines Films, sondern Teil filmischer Öffentlichkeit. Sie beginnt bei Begleitmaterialien, Kontextualisierung und Filmgesprächen. Sie umfasst Community-Arbeit, Bildungskooperationen, Festivalformate, digitale Räume und neue Wege kultureller Teilhabe. Sie kann dokumentarische Arbeiten langfristig sichtbar machen, besonders dort, wo Filme sich künstlerische Freiheiten nehmen, Sehgewohnheiten hinterfragen und komplexe gesellschaftliche Wirklichkeiten verhandeln.

Gerade Dokumentarfilme besitzen besondere Potenziale für Vermittlungsarbeit: Sie eröffnen inhaltliche Diskursräume, schaffen gesellschaftliche Bezüge und fordern dazu auf, Perspektiven zu hinterfragen. Gleichzeitig entstehen dort, wo Filme komplexe Wirklichkeiten verhandeln und auch mal Sehgewohnheiten herausfordern, weitere Anschlussmöglichkeiten für Vermittlungsarbeit im Bereich der Medien- und Filmlesekompetenz.

Auf der Konferenz diskutierten Filmschaffende, Festivalmacher*innen und Vermittler*innen deshalb über Formate, über Erfahrungen im Berufsfeld der Filmvermittlung und über strukturelle Fragen:

⁃ Wie wird Filmvermittlung professionell verankert?
⁃ Welche Kompetenzen braucht das Berufsfeld?
⁃ Wie lassen sich Wirkung und gesellschaftliche Relevanz sichtbar machen?
⁃ Welche Rolle spielen Festivals als Orte langfristiger Publikumsentwicklung?
⁃ Wie können Dokumentarfilm und Filmvermittlung gemeinsam neue Zugänge schaffen?


Impulse und Perspektiven kamen aus sehr unterschiedlichen Bereichen der Filmkultur, der Filmvermittlung und des dokumentarischen Arbeitens: Andrea Kuhn (Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte) sprach über Filmvermittlung als elementaren Bestandteil von Festivalarbeit, Anne Schleicher (ZWICKL Dokumentarfilmfestival Schwandorf) über Vermittlung im ländlichen Raum und Kathi Seemann (DOK.education) über digitale Filmvermittlung und bundesweite Zugänge zu Dokumentarfilm über die Online-Kinosäle der Schule des Sehens.

Stefan Stiletto, Filmpädagoge, Filmjournalist und Autor zahlreicher filmpädagogischer Materialien, brachte die Perspektive von Filmbildung und Begleitmaterialien als Brücke zwischen Film und Publikum ein. Lisa Haussmann (AG Filmvermittlung / Französische Filmtage Tübingen Stuttgart) machte Arbeitsrealitäten, Honorierungsfragen und strukturelle Herausforderungen des Berufsfeldes sichtbar. Manuel Zahn, Professor für Ästhetische Bildung und Mitentwickler der Zusatzqualifikation Filmbildung Nordrhein-Westfalen, diskutierte Ausbildung, Qualifizierung und nachhaltige Verankerung filmkultureller Bildung.

Über neue Räume von Publikum und Teilhabe sprach Patrick Thomas (Ciné Vélo Cité) mit seinem mobilen Kinoansatz im öffentlichen Raum. Parand Laghai und Tara Herbener (CineConnect) brachten Perspektiven kritischer Filmvermittlung ein und diskutierten Fragen von Zugänglichkeit, Rezeption und Verantwortung. Gudrun Sommer (doxs! Ruhr) stellte mit ihrem Ansatz „Developing Us, not Audiences“ die Frage, wie Filmvermittlung weniger als reine Publikumsentwicklung und stärker als gemeinschaftliche Kulturpraxis verstanden werden kann.

Wie Filmvermittlung Wirkung entfalten und sichtbar machen kann, beleuchteten Ingund Schwarz (Kulturschule Bayern), Markus Ramershoven und Katharina Schulz (Drehort Schule e.V.) mit Perspektiven zu Film und Schule, Qualifizierung und struktureller Verankerung kultureller Bildung sowie Daniel Ebner und Tanja C. Krainhöfer mit Ansätzen zu Wirkungsanalyse, Strategieentwicklung und sozialer Wirkung in Festival- und Filmkulturarbeit.

Eröffnet und kontextualisiert wurde die Konferenz von Maya Reichert (DOK.fest München) gemeinsam mit Luc-Carolin Ziemann (AG Filmvermittlung).



Gemeinsam wurden Bedarfe formuliert, Qualitätsverständnisse geschärft und strukturelle Herausforderungen sichtbar gemacht. Ein wichtiges Signal der Konferenz war die Bedeutung gemeinsamer Interessenvertretung und struktureller Vernetzung. Dass sich mit der AG Filmvermittlung erst kürzlich ein bundesweiter Zusammenschluss freier Filmvermittler*innen mit schon über 50 Mitgliedern gegründet hat, erwies sich vor dem Hintergrund vieler Diskussionen als wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des Berufsfeldes. Ein ausführlicher Abschlussbericht mit zentralen Erkenntnissen sowie Einblicken in die Beiträge der Referent*innen steht demnächst öffentlich zur Verfügung.



Die Verortung der Konferenz beim DOK.forum vom DOK.fest München war dabei bewusst gewählt. Mit DOK.education und der seit über 13 Jahren kontinuierlich aufgebauten “Schule des Sehens” verfügt das Festival über eine der größten Filmbildungsinitiativen speziell für Dokumentarfilm im deutschsprachigen Raum. Die Konferenz konnte auf dieser gewachsenen Praxis aufbauen und sie in einen bundesweiten Fachdiskurs zur Zukunft der Filmvermittlung überführen.



Der AG DOK danken wir für die Unterstützung der Konferenz und die Bereitschaft, Filmvermittlung als Zukunftsfrage des Dokumentarfilms gemeinsam mitzudenken. Dass sich Institutionen, Verbände und Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Filmbranche gemeinsam hinter die strukturelle Weiterentwicklung von Filmvermittlung stellen, ist ein wichtiges Signal. Denn die Zukunft der Filmvermittlung ist eine gemeinsame Verantwortung der Filmkultur. 



Unser Fazit: Dokumentarfilm und Filmvermittlung müssen stärker gemeinsam gedacht werden. Filmvermittlung beginnt nicht erst nach Fertigstellung eines Films. Sie schafft Öffentlichkeit und langfristige Beziehungen zwischen Filmen und Publikum. Vermittlung ist dabei keine ergänzende Maßnahme der Filmkultur, sondern Teil ihrer Infrastruktur. Wer über die Zukunft des Dokumentarfilms spricht, muss deshalb auch über Vermittlung sprechen.



Maya Reichert - Internationales Dokumentarfilmfestival München, Stv. Festivalleitung

Carolin Ziemann - AG Filmvermittlung, Vorstand




https://www.dokfest-muenchen.de/Filmvermittlung_Konferenz2026


https://ag-filmvermittlung.de


 

OnePager anlegen / bearbeiten