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AG DOK stellt Gagen-Forderungen vor

vom 02.11.2017

"Hochgelobt, aber niedrig bezahlt"
- AG DOK stellt Gagen-Forderungen vor

Wie müssten Dokumentarfilmgagen aussehen, um wirklich „angemessen“ und „fair“ zu sein? Diese Frage diskutierte die AG DOK in einer Branchenveranstaltung während des DOK Leipzig-Festivals. Denn Gagen am Rande des Existenzminimums sind für die deutsche Medienlandschaft und für unsere Kulturnation ein Skandal!

Passend zum Reformations-Jubiläum präsentierte Thomas Frickel, geschäftsführender Vorsitzender der AG DOK, einführende Thesen zur dringend erforderlichen Reform der Vergütungssituation im Dokumentarfilmbereich:
Der Dokumentarfilm spiele eine tragende Rolle für das öffentlich-rechtliche System und eine demokratische Gesellschaft. Dass Dokumentarfilmschaffende die am schlechtesten bezahlten Kreativen der Branche seien, passe nicht zu dieser Bedeutung. Die bereits seit Jahren zunehmenden finanziellen Einbußen konnten lange kaschiert werden, nun aber seien sie an einem existenzgefährdenden Punkt angelangt. Das bisherige System der Pauschalen sei ein Ausbeutungsinstrument, das alte Vergütungssystem sei am Ende und müsse abgelöst werden. Es sei an der Zeit, den Dokumentarfilm aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszuholen.

Thomas Frickel, Vorsitzender der AG DOK, eröffnete das Panel mit Thesen zur dringend erforderlichen Reform der Vergütungssituation.
Die Regisseurin Susane Gluth (links) skizzierte die Folgen der aktuellen Vergütungssituation aus Sicht als Filmemacherin, und neben ihr, Doris Metz, die das Panel moderierte.

 

Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Honorierung

Doris Metz, Vorstandsmitglied der AG DOK, moderierte die anschließende Diskussionsrunde und richtete zum Einstieg das Augenmerk auf die Diskrepanz, die der Dokumentarfilm als Genre erlebt. Denn einerseits wird er für seine gesellschaftliche Relevanz in den höchsten Tönen gelobt und auf Festivals wie DOK Leipzig oder dem Münchner DOK.fest erlebt er seit Jahren neue Besucherrekorde. Doch dieser Glanz findet keine Entsprechung in der Wertschätzung der öffentlich-rechtlichen Sender.

Um die Situation zu verändern, hat sich die AG DOK mit dem Deutschen Journalistenverband (DJV) zusammengetan. Benno Pöppelmann, Justiziar und Tarifexperte des DJV, der – zusammen mit der AG DOK – die sogenannten freien Freien der Filmbranche in den Tarifgesprächen mit der ARD vertritt, berichtete, dass es lange gedauert habe, die ARD davon zu überzeugen, dass es Gewerke und Bereiche gibt, für die Regelungen noch ausstünden. Nach Berücksichtigung sämtlicher finanzieller Kriterien und in Anbetracht dessen, dass es sich bei den Bereichen Buch und Regie um leitende Positionen handele, sei man schließlich zu dem Prinzip des Tagessatzes gekommen, den man mit 800 Euro errechnet habe. Dies scheine viel zu sein, aber bei detaillierter Aufgliederung der Rechenbasis werde deutlich, dass es gute Gründe für diesen Betrag gebe.

David Bernet, Mitglied im Vorstand der AG DOK, präsentierte die Gagenforderung für die Bereiche Buch und Regie für den Kino-Dokumentarfilm.
Benno Pöppelmann, Justiziar und Tarifexperte des DJV, vertritt – zusammen mit der AG DOK – die sogenannten freien Freien in den Tarifgesprächen mit der ARD

 

Situation des Kino-Dokumentarfilms

Ein Sonderfall, und mit der unsteten Beschäftigung der Urheber bei Fernseh-Produktionen schwer vergleichbar, ist der Kino-Dokumentarfilm. David Bernet, einer der Mitinitiatoren der Stuttgarter Erklärung, fragte: „Wie kann es sein, dass ein hochgelobtes Genre es seinen Urhebern nicht einmal erlaubt, während der Produktionsphase auskömmlich zu leben?“ und führte aus, dass es zwangsläufig eine Entprofessionalisierung der Branche zur Folge habe, wenn die Haupturheber ihre eigentliche Tätigkeit mit anderen Jobs quer finanzieren müssten.
Dem sei nur mit Sozialstandards entgegenzuwirken, die die Förderinstitutionen als Richtlinien verankern müssten. Er und die anderen Nominierten des Deutschen Dokumentarfilmpreises hatten ausgerechnet, dass sie für ihre Arbeit im Durchschnitt 400 Arbeitstage, also zwei Jahre benötigten, was zu Stunden- und Tagessätzen führte, die nur knapp über dem Mindestlohn liegen. Der tatsächliche Aufwand läge allerdings bei 75.000 Euro. Diese Summe, so David Bernet, werde schon jetzt von den AutorInnen und RegisseurInnen faktisch aufgewendet, und die Differenz tragen sie bislang selbst.

Susan Gluth sagte, dass die Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, natürlich auch leidensfähig mache, aber die Frage sei auch, wie lange man das unter den gegenwärtigen Bedingungen aushalten könne.
Claas Danielsen, Geschäftsführer der MDM, unterstützte die Forderung nach Tagesgagen. Man müsse das ganze System ändern.

 

Claas Danielsen, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM), unterstützte die Forderung: „Ich finde die 75.000 Euro total angemessen, das wäre ein Mindestansatz.“ Auch Tagesgagen machten einfach Sinn. Man müsse das ganze System ändern. Als ehemaliger Direktor des DOK Leipzig-Festivals erinnerte er sich an viele Filme, denen man angemerkt habe, dass sie aufgrund zu geringer Budgets zu schnell fertig gestellt werden mussten. Allerdings würde eine Erhöhung der Budgets, etwa durch eine Zusatzförderung für Stoffentwicklung, auch bedeuten, dass am Ende weniger Filme produziert würden. Das sei natürlich ein Problem. Er könne nicht einschätzen, wie die anderen Förderer ihre zukünftige Ausrichtung sehen, aber es gebe schon die Tendenz, dass weniger Filme – diese aber besser – finanziert würden.

„Dann machst du als Autorin und Regisseurin am Ende auch noch den Vertrieb, die Produktionsleitung und die Kamera selbst“, so Susan Gluth, die sich als Regisseurin an diesem Punkt in die Diskussion einhakte. „Aber das ist keine Lösung, denn das Spektrum an Aufgaben wird irgendwann einfach zu breit, um noch professionell arbeiten zu können.“ Der Wunsch und die Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, mache natürlich auch leidensfähig, aber die Frage sei, wie lange man das aushalte, physisch, psychisch und finanziell. Das geht irgendwie, so Susan Gluth, „aber nur zu dem Preis, über den wir hier sprechen.“

 

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