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Zum Tod des Schnitt-Meisters Raimund Barthelmes

Ein Nachruf von Peter Heller

vom 19.08.2019

Im Juli verstarb Raimund Barthelmes, Mitbegründer und langjährtiges Mitglied der AG DOK. Hier ein sehr persönlich gehaltender Nachruf von Peter Heller.

 

Er ist fort. Ein Franke mit buschigen Augenbrauen, feinem Lächeln und einem Hugenotten-Namen im Familien-Hintergrund. Zu Beginn der Achtziger-Jahre wurde Raimund mein nächster Mitarbeiter, Vertrauter und Freund. Wir hatten als Autoren gemeinsam Agitationsfilme für die Antiapartheid-Bewegung realisiert. Wir haben in dokumentarischen Filmen vom Schicksal „kleiner Leute“ in im Zangengriff der globalisierten Märkte zwischen Ostafrika und Deutschland erzählt. Am Steenbeck Filmschneidetisch und Galgen montierten wir an sterbenden Tankstellen herum, kompilierten am Andenken des Steigbügelhalter Hitlers in der Medienindustrie und strickten swingend von deutschen Bewegungen und Tanzritualen über ein Jahrhundert.

Raimund griff das Zelluloid an und komponierte aus dem Rohmaterial mit ausgeprägtem Blick für Qualität mit breitem Wissen, großem Feingefühl, leisem Humor, Rhythmus und Musikalität. Auch mehr oder weniger gelungenen Filmaufnahmen, die ich manchmal etwas ratlos herangeschleppt hatte, wusste mein Barthelmes durch geschickte Schnitte Spontaneität und Leben zu schenken, seine Hand verwandelte das Material in überzeugende filmische Realitäten. Sein Schnitt gab dem Film einen Atem.

Die Chemie stimmte – wir hatten Vertrauen zueinander. Er half mir in das Neuland der Inszenierung und dank seiner engagierten Unterstützung konnte ich es wagen, eine dokumentarische Groteske mit Spielelementen über Fast Food und die Schlacht um die Mägen der Welt zu realisieren. – Denn wenn ihm die Sache am Herzen lag, sagte Raimund zu und suchte und entdeckte im Material, strukturierte und durchdrang – war nicht einfach nur ein formatwilliger „Editor“, wurde vielmehr zum feintunenden Koautor.

Damals begann seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Doris Dörrie, mit Thomas Schadt und später mit Ralf Hüttner, Dominik Graf und Samir Nasr. Raimund wurde Dozent an der DFFB in Berlin. Seine Arbeit an Spielfilmen hatte ihm deutschlandweit Anerkennung und Respekt gebracht.

In den Neunziger-Jahren kam das Sterben des Zelluloids – jener Filme die man noch anfassen musste. Die Videomontage rollte über uns einher und der nonlineare Digitalschnitt begann seinen Siegeszug. Raimund war immer seltener in seiner Heimatstadt München – zumindest für mich war er nicht mehr da.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends hatte er Filmmontage an der Filmakademie Baden-Württemberg als einer der leitenden Dozenten unterrichtet. Heidi Specogna, Dominik Wessely und andere haben seine Arbeit über Jahre tief geschätzt.

Aber Raimunds Körper machte ihm zunehmend zu schaffen. In Etappen reduzierte er seine Beratertätigkeit als Dramaturg seiner Studenten und Kollegeninnen. Aus gesundheitlichen Gründen musste er schon 2012 seine Lehrtätigkeit als Honorarprofessor beenden.

Nach langer Krankheit wurde Raimund schließlich vom Leiden erlöst. Im eben vergangenen Juli habe ich einen leidenschaftlichen Mitarbeiter und alten Freund verloren.

Hellerpeter

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